Warum sitzen sie stattdessen auf dem Gepaecktraeger und benuetzen nicht die Sattel, die vietnamesischen Radfahrer in Ho Chi Minh City?
Wie ist es ausserdem moeglich, dass eine Stadt verkehrsmaessig sogar Jaipur und die Hauptstrasse Lalsots uebertrifft? Und wieso gibts ausgerechnet in einer solchen Stadt keine Buergersteige?
Ich hatte ja schon gehoert, dass HCMC die Stadt Asiens mit den meisten Motorraedern und, ich glaube, auch Unfaellen ist - aeh ja, das stimmt wohl. Ich hab eigentlich einen sehr guten Magen, aber nach der Fahrt von Flughafen zum Hotel am Mittwochmorgen - wenigstens nicht mit einem dieser durchgeknallten Taxifahrer, sondern einem zuvorkommenden Hotelmitarbeiter, trotzdem! - war mir wirklich schlecht, es kann hier keine 2m "gefahren" werden, es wird nur gebremst und ausgewichen. Um die Verwirrung beispielsweise beim Strassenueberqueren zu verkomplettieren, schon wieder ein Seitenwechsel...hier Rechtsverkehr.
Die Masse kommt auf den Foto zwar nicht gut raus, dafuer aber, in welche Richtungen sich (gleichzeitig) bewegt wird:
Im Vordergrund rechts - nach rechts, zur selben Zeit aber - vorne links - nach hinten ins Bild hinein, dann - Mitte mit weissem Shirt - von links kommend als Linksabbieger, das weisse Auto - von rechts kommend als Rechtsabbieger, und zuletzt die Gruppe mittig im Hintergrund - von rechts nach links unterwegs. Das war zu einem Zeitpunkt, der fuer mich als Fussgaenger zum Ueberqueren der Strasse bestimmt war, ich hatte Gruen :)
Bin im Moment in der Waschkueche eines Hostels untergebracht, der Schlafsaal war voll und die Option wurde mir fuer 3 Dollar die Nacht angeboten - man muss ja sparen.. Und uebrigens war das viel besser als in einem regulaeren Zimmer, keine Aircondition, dh. kein Zug in der Nacht, und ich war alleine, ohne schnarchende/ spaet zurueckkehrende Zimmergenossen..
Vietnam ansonsten ist bisher sehr interessant. Abgesehen davon, dass es mich umhaut in Sachen Verkehr und - wieder mal - Wetter (denn hier haben sie schon wieder eine andere Art von Hitze...verrueckt), ist die Geschichte noch sehr praesent. Gestern war ich im Kriegsmuseum, in dem all die beruehmten Bilder der auslaendischen, groesstenteils umgekommenen Vietnamkriegs-Journalisten ausgestellt sind (Frau mit Kindern watet durch Fluss, von Napalmbomben verbrannte Kinder fluechten...). Das war schon hart, aber die Geschichten/Fotos von Nachwirkungen des agent orange - Einsatzes..man konnte aus der Ausstellung nicht rausgehen und noch an irgendwelche guten/vernuenftigen, was auch immer, Absichten Amerikas glauben.
Am gleichen Tag war ich bei den Cu Chi Tunnels, falls das schon mal jemand gehoert hat...
Ja, das bin ich, denn ich stand dummerweise in der ersten Reihe und war daher erste "Freiwillige".
Eine Vietcong zu sein waer also nicht mein Ding! Ich hab nie gedacht, dass ich Probleme mit Klaustrophobie habe, aber dort drinnen..absolut. Der begehbare und fuer Touristen ohnehin schon verbreiterte Gang war 100m lang - nach 20m bin ich durch den Notausgang entschwunden.
Man hockt sich hin und bewegt sich, irgendwie, in der Hocke gehend, vorwaerts. Gleichzeitig wird der Gang immer enger und enger, und enger!, bis man die Position wechseln und weiterrobben muss. So weit bin ich dann zum Glueck gar nicht gekommen. Es ist ausserdem stockfinster und stickig, natuerlich..
Und diese Soldaten lebten in den Tunnels, verbrachten da Tag und Nacht und wurden vergast oder bombardiert! Das mag man sich gar nicht vorstellen. Und all die Fallen! Wie im Mittelalter. Gruben mit Spiessen, Kokosnuesse mit Spiessen, die von Baeumen fallen..
Zum Schluss noch ein paar aufheiternde Stadtansichten Saigons:
Losdebatte (zuerst wurden die Lose gekauft, dann gemeinsam geoeffnet, dann lachten sie sich gegenseitig aus, weil sie offenbar nur Nieten hatten)..
Gemuesemarkt..
und eine Balkonkueche..







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