Mittwoch, 8. Februar 2012

Loewenstadt, Tigerstaat

Wikipediat man Singapur, kriegt man diese beiden Begriffe - hat zwar zuerst mal nichts mit der Zoologie des Landes zu tun, trifft aber (zumindest fuer das Gelaende der Nachtsafari) auch da zu. Da das Land ja das kleinste Suedostasiens ist, gibts unheimlich viele Vergnuegungsparks, so wie den Zoo, in dem es keine Gehege gibt - tatsaechlich, man faehrt mit ner kleinen Tram herum und sieht ploetzlich neben sich ein Nashorn auftauchen, oder eine Riesenhyaene, oder eine Gruppe Hippos, oder einen Tapir..wie genau das funktioniert, moecht ich gar nicht mehr wissen, denn so gross koennen die unsichtbaren Graeben meiner Meinung nach gar nicht gewesen sein, dass der 4m-Tiger nicht drueberspringen koennte..
Wir waren auch auf Sentosa Island, dem (aus Indonesien importierten) Strand der Stadt. Ich wurde dorthin, zusammen mit anderen Hostelgaesten von Inhaberin "Auntie Aini" zum Essen eingeladen, weil es ihr woechentlicher freier Tag war (bei den Preisen koennte sie zwar auch ihr Leben lang frei haben, wenn sie dafuer aufhoeren wuerde, Leute einzuladen..)
Jedenfalls sehr idyllisch auf Sentosa..


Nur nicht mehr, wenn man Stunden spaeter den Ausblick von weiter oben geniessen will:


Die Strasse von Malacca und die Strasse von Singapur vor der Haustuer, tja.
Von Skybars war ich schon immer begeistert - in jeder Stadt muss ich irgendwo raufsteigen und alles von oben sehen. Was in Singapur natuerlich am besten des Nachts geschieht:


71. Stock, Swissotel, und ein Fussballspiel gabs auch


 Dann war ich noch im Raffles, dem beruehmten Luxushotel schlechthin in Singapur, nur zum Schauen natuerlich, bei den Unis, im Botanischen Garten und im SAM, dem Kunstmuseum - von dem ich total begeistert bin. Zurzeit laeuft dort eine Sonderausstellung der Finalisten 2011 des grossen Kunstpreises von Asien, dh. jedes Land hat einen nominierten Kuenstler mit Werk, das sich mit dem jeweiligen Staat beschaeftigt. Ich kann mich nicht mal mehr erinnern, wer eigentlich gewonnen hat, so beeindruckt war ich vom Kambodschanischen Kandidaten: Fotos von sogenannten "bomb ponds", den kreisrunden Einschlagkratern der amerikanischen Bomben aus dem Krieg. Diese Tuempel gibts auf dem Land ueberall und ich hab sie so oft gesehn, nicht ahnend, was sich dahinter verbirgt! Dazu gabs einen Dokufilm mit Interviews mit 4 Einheimischen, die Erlebnisse berichten und ihre Sicht der Dinge wiedergeben: Wie sie sich ueber ihre Kinder schmissen und ihre Grossmuetter sterben sahen, dass dieser und jener Tuempel Ruhestaette der Schwester, des Vaters ist..dass sie nicht verstehen, wieso das passieren musste, und dass sie trotzdem nicht wuetend sind, denn es wird schon einen Grund gegeben haben fuer all das, den sie nur nicht verstehen, weil sie ja ungebildete Bauern sind. Nun ja, wo dieser Grund ist, sieht man nach dem Film nicht mehr ganz so klar, ich jedenfalls war praktisch in Traenen aufgeloest, obwohl, oder weil ich diese Geschichten ja die ganze Zeit von all den Menschen, die ich in Kambodscha kennengelernt habe, hoerte. Nachdem ich so viel Zeit dort verbrachthabe, ging mir das sehr nahe - waere mein Favorit fuer den Preis gewesen.

Mein Hostel lag inmitten von Chinatown (mal wieder), da war viel los und man konnte sogar Leberkassemmeln kriegen, vom Erich aus Niederoesterreich. Noch mehr Trubel als sonst schon gabs waehrend der taeglichen Abendfeierlichkeiten fuer Chinese New Year (immer noch?).


Der Geldgott (hat mir der aufgedrehte Moench innen drin jedenfalls so erklaert)


und der Drache, weil jetzt das Jahr des Drachen angebrochen ist. Ich bin anscheinend ein Wasseraffe, haha :)
Natuerlich hab ich brav Little India besucht, obwohl mir das mittlerweile echt zum Hals raushaengt. Auch da war ein Fest, da das Volk aber nicht annaehernd so offenherzig und liebenswuerdig ist, konnte ich nicht herausfinden, welcher Art. Dafuer kriegen sie jetzt auch kein Bild veroeffentlicht.

Insgesamt ist Singapur eine tolle Stadt der Gegensaetze


mit allem aus dem Westen, der Modernitaet und Bildung und Infrastruktur (ich liebe die singapurische Metro, sowas Sauberes und Huebsches und Einfaches hab ich noch nie gesehen), und allem aus Asien: Chinatown, Little India, die Malayen/-sier/-sinesen, der indonesische Sand..
Hat mir sehrsehr gut gefallen, v.a. nach Kuala Lumpur und dem nicht so ueberzeugenden Malaysia ein grosses Hoch! Bleibt zu hoffen, dass jetzt nicht traditionsmaessig wieder ein Tief folgt..



 Zum Schluss ein wahrer Bruenettenwitz (fuern Maxi insbesondere):

 Was antwortet die Magdalena auf die Frage des Taxifahrers "Where? Where? Aeroport?" ?
- " Yes, the international one, please"
...............

(Ja wo soll mich ein Flug von einem nationalen Flughafen auch schon hinbringen, auf die andere Strassenseite?)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen