Heut wollt ich euch mal meine zwei Nachbarn vorstellen:
Dreamworld und Pink Paradise!
Jeder weiss ja, dass Sextourismus ein ganz grosses Thema ist hier in Suedostasien, zusammen mit Menschenhandel und Kindesmissbrauch und derlei Sachen..
Und tatsaechlich kann ich bestaetigen, dass es furchtbar viele von diesen Typen gibt, die total stereotypmaessig fett und abstossend und alt sind, diesen geilen Blick draufhaben und bildschoene, duenne, junge Khmermaedchen an ihrer Seite. Kriegt man hier ueberall zu Gesicht, und ich kann mich immer nur fragen, wie sich diese Frauen das antun koennen - selbst fuer richtig viel Geld und aus einer richtig schlimmen Lage heraus - unvorstellbar fuer mich. Freilich kann ich nicht direkt unterscheiden zwischen bezahlter und gefuehlter Liebe, aber selbst wenn der Mann mal etwas annehmbarer aussieht und die beiden sich sogar zu moegen scheinen (und man nicht die Ueberwindung in ihrem Gesichtsausdruck bemerken kann), der einzige wirkliche Grund fuer diese "Zuneigung" ist doch die Hautfarbe!
Dank der Etablissements oben, die bei uns um die Ecke sind, weiss ich auch bestens ueber kambodschanische Prostituierte und ihre Freier und all deren Gewohnheiten Bescheid. (Welche Nationalitaeten nur betrunken aufkreuzen, wer sich bei der Anreise im verdunkelten Auto versteckt etc.)
All das ist hier eigentlich illegal, sowieso wenn die Maedchen minderjaehrig sind (was offensichtlich mehrheitlich zutrifft). Deswegen sind Dreamworld und Pink Paradise und all die anderen Puffs ganz harmlose Karaokebars, deren eine Haelfte der Kundschaft eben aus jungen, unangezogenen Frauen besteht, und alle Polizisten gern gesehene Kunden, die auch mal gratis singen duerfen.
Jetzt koennte man meinen, dass es zu den Aufgaben einiger NGOs gehoert, Aufklaerung dazu zu betreiben, Kinder aus solchen Lagen zu befreien und generell auch die Stellung der Frauen zu staerken, ihnen zu mehr Respekt zu verhelfen und andere Moeglichkeiten aufzuzeigen usw. Man koennte auch meinen, dass wir - als Freiwilligenarbeiter - genau diese Ziele vor Augen haben und vorantreiben..
Leider muss ich mir derzeit aber von bestimmten Kollegen die unvorstellbarsten Dinge anhoeren, die so gar nicht sozial und vorbildhaft rueber kommen.
(Ich bin so wahnsinnig sauer und genervt, dass ich mir mit diesem Eintrag gerade Luft machen muss)
Nicht nur, dass mit den daheimsitzenden Freundinnen Schluss gemacht wird, weil die Frauen hier so viel besser sind (das geht geraade noch in meinen Kopf, weil sie wirklich oft absolut wunderschoen sind, und hier doch tausendmal erreichbarer als in Europa, wo es solche Frauen niemals noetig haetten, sich mit Pubertierenden abzugeben), schon dafuer koennte man sich wirklich schaemen, wir muessen uns auch noch rund um die Uhr dieses sexistische, richtig widerliche und Frauen verachtende Gerede anhoeren.
Eine in Frage kommende Frau hat von oben bis unten perfekt auszusehen (einschliesslich ihrer Fuesse, die keinesfalls nach Arbeit oder Armut aussehen oder zu gross sein duerfen, ersteres ganz easypeasy fuer Kabodschaner); es ist ganz gut, dass die Frauen hier so schuechtern und konservativ sind, dann kriegt man sie wenigstens unverbraucht - bloed nur, dass der Verkehr mit noch frischeren Minderjaehrigen verboten ist..- ; der Aufenthalt hier wird statt wegen der Projekte deswegen verlaengert, damit sich die Chance, zum Zug zu kommen, erhoeht; derlei Einstellung ist absolut natuerlich, biologisch begruendbar, wir Frauen sollten uns einfach damit abfinden und mitmachen - nein, eigentlich doch nicht, wir kommen naemlich wegen Fuessen, Gewicht und Verbrauchtheit gar nicht erst in Frage!
Und ein Feierabendbier im Pink Paradise ab und zu (nein, lieber nicht zweimal am gleichen Ort, da haette man andernorts einen Anblick verpasst) ist kein Problem, ist das doch schliesslich kein Bordell! Es ist eine K a r a o k e b a r, wie empfindlich wir Maedels wieder reagieren..
Darueber hinaus ist es gut, dass von den Freunden in Deutschland keiner Freiwilligenarbeit leistet, dann ist man wenigstens der einzige tolle Hecht weit und breit! Und so ein Mist, dass das gratis T-Shirt vom Blutspenden zu klein ist, dann sieht keiner wie aufopferungsbereit man war..
Den Rest hab ich grad vergessen und verdraengt bzw ich hab keine Lust es hier zu wiederholen, ich finde nur, dass solche Falschheit und Ignoranz bei einem Volunteer, der eigentlich als Erzieher und Vorbild hierher gekommen ist und das Bild, das die Einheimischen vom Westen haben, praegen wird, erwaehnenswert ist. Ich bin nicht oberempfindlich, aber mit sowas will sich einstimmig kein weibliches Wesen im Camp mehr weiter abgeben, und ich kann nur hoffen, dass der Aufenthalt nicht verlaengert wird, fuer all die armen Maedchen und mich, die ich mich aergern und mir das vorstellen muss..