Montag, 30. Januar 2012

para, para, paradise



 2x Mayabay,


Bananabeach, oder eher Coconutbeach..


auf Ko Phi Phi,


auch wenn man mich nicht erkennen kann, Sonnenuntergang ueber Kata, vom Berg des "Grossen Buddha" (die einzige Sehenswuerdigkeit in dem Sinne auf Phuket, ein ueberdimensionaler weisser Buddha, den man auf der ganzen Insel sehen kann) aus fotografiert



und ein ausgestorbener Hat Nai Thon mit Fatboys.

So, nach einer Woche an diesen Orten (!) fiels mir unglaublich schwer, das Flugzeug zu besteigen.
Phuket hat zwar natuerlich sehr viele der typischen Strandtouristen, ist an vielen Straenden absolut ueberfuellt und ungeniessbar, aber, wenn man weiss wo, sind die relativ einsamen Ecken schon zu finden. Wenn man dazu noch Bekanntschaften macht, die eine eigene Vespa besitzen und denen es nicht zu bloed ist, ein Wochenende lang Chaffeur und Inselfuehrer zu spielen, kann man diese auch unabhaengig von Buszeiten, ohne stundenlange Anreise, ausgiebig geniessen..
Ich hab so ganz Phuket gesehen, jeden einzelnen Strand ausprobieren koennen. Motorradfahren gelernt und dieses Motoscooterteil aufm Wasser zu steuern - absolut empfehlenswert, sehr lustig :)
Am schoensten und ruhigsten ist die Kueste im Norden, wo die teuren Resorts sind, Patong ist nur fuers Partymachen geeignet, in Kamala fuehlt man sich wie in 1001 Nacht (Muezzingesaenge und nur verschleierte Frauen, seltsamerweise auch in Bikini und mit Kopftuch..) und ueberall findet man:


Tsunamiwarnungsschilder und -notfallplaene - ganz im Ernst hab ich an jedem Strand erst mal versucht herauszufinden, wohin ich dann fluechten muesste, die Bilder von 2004 immer im Hinterkopf.


Jetzt bin ich in Malaysia (warum nicht noch immer exotischer), in Kuala Lumpur, bis Sonntag voraussichtlich. Hab das Hotel noch nicht verlassen, nur gestern Nacht, als ich um 1am angekommen bin und gleich mal auf der Suche nach dem richtigen Haus zwischen den schlafenden Obdachlosen herumspazieren musste, den ersten Eindruck erhalten. Sehr modern, trotzdem irgendwie wieder "indischer". D.h. es kommt mir chaotischer und anstrengender (als Phuket zumindest auf jeden Fall..) vor. Muss mich jetzt orientieren und die naechsten Tage planen, damit ich nicht nur die Hauptstadt, sondern auch bisschen das Land sehen kann!

Nur noch 2.5 Wochen uebrigens..


Sonntag, 22. Januar 2012

In Ayuthaya und Chiang Mai

Ayuthaya hat also keinen Charme, wie das der Lonely Planet verkauft! Haette mir den Tag sparen koennen, die zwei teuren Zugfahrten, das Radln mit Gepaeck in der Hitze und das Kopfweh, alles wegen ein paar Tempeln, die zwar nicht schlecht, aber nach Angkor doch eher unbeeindruckend waren.


Geschieht ihm recht.


Dafuer war der Schlafwagen ueberraschenderweise und entgegen aller Erfahrungen so bequem, hab geschlafen wie ein Baby (und morgens verschlafen, Gott sei Dank war Chiang Mai die Endstation, sonst waer ich jetzt in Burma o.Ae.), trotz der Angst vor einem aeusserst suspekten Augsburger Mitte 40, der mir seine Lebens- und Leidensgeschichte aufs Auge gedrueckt hat (und dass er meine Figur im Gegensatz zu der der meisten Thaifrauen gut findet - nicht das, was man alleine im Nachtzug hoeren moechte, oder ueberhaupt jemals...).
Gut angekommen und gleich ein Hotel gefunden, dann auf den Weg gemacht, um noch mehr Tempel anzuschauen - diesmal aber ohne Migraene und daher mit mehr Enthusiasmus:


Iiirgendwie ist es ja doch immer bisschen verschieden, hier im wunderschoenem Garten, in dem ich mein letztes von der Kambodscha-Organisation gestohlenes Buch fertiggelesen hab (sehr zu empfehlen: Orhan Pamuks "Schnee" - total passend zur Jahreszeit), das kleinste Wat Chiang Mais.


Und, hat mich vage an die fabelhaften Bilder vom Lichterfest in Thailand erinnert (falls die jemand mal gesehen hat), Geldgeschenke an Buddha, arrangiert zu einem goldenen Wald, der von der Decke waechst. 

Waehrend mir in Europa immer die Grossstaedte am besten gefallen haben - in jeder einzelnen wuerd ich mir wuenschen zu leben - fuehl ich mich hier in Siem Reap, Chiang Mai und Varanasi, Cochin usw. viel wohler als in Phnom Penh, Bangkok und Mumbai oder Kalkutta, denn das sind einfach alles solche Chaosstaedte, in denen ich um mich besorgt sein muss und staendig am Aufpassen. Im Gegensatz dazu ist beispielsweise Chiang Mai eine viel lebenswertere Kulturstadt, das sieht man schon an den Touristen: Es geht nicht nur ums Weggehn wie in der Khaosan Rd in Bangkok, man faehrt in die umliegenden Berge zum Trekking oder macht alle moeglichen Kurse, von traditioneller Massage bis ueber Kochen, Sprache oder Kunsthandwerk. Ich wuerd richtig gerne laenger bleiben und mir damit die Zeit vertreiben, stattdessen werd ich in besten Falle heut Nachmittag noch Zeit fuer einen Halbtageskurs finden. Dazu gibts ueberall diese niedlichen Cafes, die Thais sind auch freundlicher und hilfsbereiter..

Ganz praktischerweise gibts in Chiang Mai gleich zwei besonders schoene Maerkte: die Saturday und die Sunday Walking Street. Jetzt ist Montag und ich muss mich schaemen.. Es tauchen einfach immer wieder neue Dinge auf, von denen ich nicht mal wusste, dass es sie gibt, geschweige denn, dass ich sie jemals haben wollte...und am Ende fuehlt man aber, dass man sie BRAUCHT..



Sticky Rice, glaube ich..Und es gab Erdbeeren!!!


und Wachtel(?)eier, die konnte ich aber aus Angst vor Vergiftung nicht testen :)


 Das Beste ueberhaupt ist hier allerdings der OrangenMandarinensaft! Die empfohlenen (mehr als) 2l am Tag schlag ich hier spielend, hatte gestern schon Bauchweh von dem Zeugs.

Die letzten Tage waren schon immer Feuerwerke zu hoeren, ich denk, ich werd heut mal nach Chinatown gehn und sehen, wie das Neujahr so gefeiert wird. Danach verkauf ich meine Buecher, um wenigstens ein klein bisschen Geld wieder reinzuholen..und dann fahr ich zurueck nach Bangkok, mir mein Gepaeck schnappen, bevors in den Sueden zu den Inseln geht!

Donnerstag, 19. Januar 2012

Bangkok 2

An einem jetzt schon furchtbar langen Planungstag mit very expensive bus- and train- and flighttickets..ein kleines update. Bin immer noch in Bangkok, werde aber morgen frueh nach Ayuthaya aufbrechen, dort den Tag verbringen und nach Chiang Mai ( im Norden ) weiterreisen. Muss mich ausserdem schon mal um Hotels kuemmern, da bald Chinese New Year und daher alles voll ist, und Staedte wie Singapur sind teuer und Budgethaeuser rar gesaeht..naja, und das zieht sich grade.

Gestern bin ich stundenlang durch Chinatown gewandert, war unzaehlige Male verirrt und ca doppelt so lang wie im Reisefuehrer beschrieben unterwegs.
Bin mit einem Besuch in Wat Traimit,der Pagode mit ihrem riesigen Goldbuddha, gestartet, dann war ich gleich verwirrt und fand mindestens eine halbe Stunde die richtige Strasse nicht mehr, obwohl, oder vielleicht weil ein paar penetrante TukTuk- und Taxifahrer mir alles moegliche vorschlugen. Ploetzlich sah ich mich vor der Fassade, die mir aus dem LP bekannt war..und war gerettet:


und konnte in die mit Marktstaenden verstopften Gassen ein- ( und fuer Stunden leider nicht wieder auf-) tauchen. Am Montag ist Chinesisches Neujahr und deswegen noch viel mehr los als normalerweise schon, ueberall haengen Lampions - aehnlich wie an Diwali in Mumbai - und jeder erledigt noch schnell die letzten Einkaeufe, ein Stress..aber schoen zuzuschauen.



Irgendwann hat mich ein kleiner Italiener angesprochen und ist mir einfach gefolgt, sowas furchtbar nerviges und gerade, als ich den Weg wieder gefunden hatte! Er hat mich natuerlich so abgelenkt mit seinen seltsamen Geschichten, dass ich gleich wieder nicht mehr wusste, wo ich war.. Bin dann, um ihn loszuwerden, 5x dieselbe Strasse auf und ab..hat geklappt, nichts ist anscheinend abschreckender als hysterische Maedls..:)


Am besten haben mir schon wieder die alten Marktfrauen gefallen, Saft, Gemuese, Kuchen und Fisch verkaufend:


Ja, irgendwann war ich wieder auf offener Strasse zurueck, erledigt und bin gleich ins Bett. Aber das sind ja die besten Tage..


Hab ich erwaehnt, dass wir in Siem Reap eine Schlange in unserem Zimmer hatten? War so kurz vor meiner Abreise, dass ich mit anderen Dingen beschaeftigt war.. Leigh wollte Waesche aus ihrem Schrank holen, da fiel das Viech mit raus - wir hielten es zuerst fuer einen ekligen, ueberdimensionalen, schwarzen Wurm, denn groesser als eine Blindschleiche war es nicht. War praktisch schon drauf und dran, den "Wurm" mit meinem Schuh aus den Zimmer zu kehren, da bricht bei den Kambodschanern in Sichtweite die groesste Aufregung aus: Offenbar handelte es sich um ein recht giftiges Exemplar. Die tapfere Binh hats dann erschlagen..


Dienstag, 17. Januar 2012

Bangkok 1

Bin grad richtig uninspiriert, was ich schreiben soll, und dabei gaebs so viel..Bin in Bangkok, natuerlich gibts da viel zu erzaehlen!
Mab gestern den im Lonely Planet vorgeschlagenen Marsch Nr. 1 unternommen und war abends fix und fertig, aber sehr zufrieden mit mir..



Das ist der Koenigspalast mit dem beruehmtesten Wat Thailands, alles golden und sehr gewaltig - und viel zu heiss, weil ich ueber meiner unpassenden Leggin einen Sarong tragen musste, um keinen Buddha zu veraergern..Hab dort fast 2h verbracht, dann gings weiter...


..in ein Dharaviartiges, altes Viertel, das ich ohne die grossartige Anleitung "hinter einem Zeitungsstand links" (weiss Lonely Planet, wieviele Zeitungsstaende in dieser Strasse zu finden sind?) nie gefunden haette. Sowas mag ich immer am liebsten, auch wenn die Anwohner einen ziemlich bloede anschaun, so nach dem Motto: "Was will die denn hier und wieso fotografiert sie meine Waesche?!"
Und sogar bis dort hin ist der Nikolaus gekommen, nur nicht bis zu mir..


Naechste Station:


Amuletmarket, mein Lieblingsort bisher. Kambodschaner und anscheinend auch die Leute in Thailand sind wahnsinnig aberglaeubisch, bestes Beispiel ein Mitarbeiter in Thida's House in Siem Reap: 
Eines Nachts verschwand ein Fisch aus einem mit Wasser gefuellten Kessel, wurde zunaechst noch auf dem Boden zappelnd gesehen und dann nicht mehr - was war passiert? Ganz einfach fuer Phally zu erklaeren, entweder kam ein Geist und verzauberte den Fisch, warf ihn auf den Boden, um ihn dann verschwinden zu lassen, und falls jemand den Verdacht "Katze" hat, nein, der Geist ist natuerlich nicht so bloed und tritt als er selbst auf, er verwandelt sich, moeglicherweise in eine Katze! Oder aber, der Fisch war selbst ein Geist und machte sich einen Spass daraus, sich vom ahnungslosen Phally fangen zu lassen, nur um ihn dann enttaeuscht und ohne Fruehstueck zurueckzulassen..Genau.
Ein anderes Mal musste Phally nachts mit seinen Freunden einen vor seinem Schicksal (Hochzeitsschmaus) geflohenen Bueffel wieder einfangen und war zu Tode veraengstigt wegen den Geistern.. :)
Daher gibts in Bangkok wohl diesen wunderbaren, riesigen Amuletmarket!
Gleich nebenan fand das Highlight meines Tages statt: Als ich Anstalten machte, heimlich diesen Thai-Biker zu fotografieren, sah ich mich ploetzlich von einem dieser orangen Moenche angefeuert. Er kicherte und nickte wild und hielt Passanten, die mir moeglicherweise vor die Linse laufen haetten koennen, zurueck und warf sich, nachdem ich das Bild unbemerkt gemacht hatte, vor unterdruecktem Lachen fast auf den Boden. Haha! Und das von diesen zurueckhaltenden Maennern, die ich mich wieder mal fast nicht anzuschauen traue, weil ihnen jeglicher Kontakt zu Frauen praktisch untersagt ist..Bangkok ist vermutlich einfach fortschrittlich durch und durch.


Danach hatte ich grosse Schwierigkeiten, das vom LP empfohlene "aelteste Restaurant Bangkoks" zu finden, war fuer den Titel auch unheimlich unscheinbar, habs nach ewiger Suche aber geschafft und war sehr stolz, nicht den Strassenstaenden nachgegeben zu haben, egal wie charming..


Und noch ein paar Pagodas und zum Abschluss ein Drink am Fluss mit dem Sonnenuntergang hinter Wat Arun und einer funktionierenden Thaisimkarte..perfekt.
Und heute war ich in Damnoen Saduak, beim sog. "Schimmenden Markt", der wie erwartet sehr huebsch, aber leider auch total touristisch war. Vermutlich der erste Markt ueberhaupt, auf dem ich abselut kein Geld ausgegeben hab (war nicht schwer, weil es ja irgendwie immer dasselbe ist und ich die schoenen Stuecke schon vorher gekauft hab, trotzdem).




Sonntag, 15. Januar 2012

Letzter Abschied

Jetzt bin ich in Bangkok und hab meinen letzten grossen Abschied hinter mir, von Kambodscha und den Leuten in Thidas und den Schuelern - der Freiwilligenarbeit insgesamt, das ist ja jetzt auch gelaufen. 
Hatten natuerlich wieder ein riesiges Remmidemmi und Mordsspass am Freitag in der Jay's School, aehnlich wie schon an Weihnachten..


Und es war echt nicht einfach. Auch in Indien war ich traurig, aber diesmal wars schlimmer! Alles so nette Kinder ( fast alle ) und wir haben uns lieb gewonnen, und ich werd niemals erfahren, was aus ihnen geworden ist. Und genauso Siphuong, das Khmermaedchen, das mir immer geholfen hat. Alle weg! :(
Schlimmer wars mit Sreymouth..


Sie ist ungefaehr das suesseste Maedchen, das ich kenne und wenn sie lacht, geht die Sonne auf! Kein Kind wollt ich bisher so dringend mitnehmen... 
Und von den anderen, die sogar mit mir aufgestanden sind:


Bzw, Kyliegh und ich sind gar nicht aufgestanden, wir waren gerade erst heimgekommen, nach 12h in diversen Restaurants und Bars (und einer Skatingarea, auf der wir zwischen 5 und 6 "geruht" haben) - konnten uns nicht von Siem Reap loesen und eingestehen, dass der Aufenthalt vorbei ist (oder, als wir es um ca 4 Uhr aus Muedigkeit gekonnt haetten, was das Tor von Thidas schon zugesperrt).

Somit war ich, als wir am Grenzuebergang ankamen, seit fast 30h wach und konnte die 2h Anstehen fuer die Ein-/Ausreise locker bestreiten..Es war grauenhaft. Natuerlich konnte ich das Gepaeck (s. Bild) nirgends parken, ich war ja alleine, und konnte auch nicht sitzen, musste mir also die ganze Zeit mit dem Rucksack hinten drauf die Beine in den Bauch stehen, bis meine Kniegelenke schon ganz fertig waren..Ja, ich habs geschafft, und auch alles andere bis zur und nach der Ankunft in Pattaya..Da wollte ich heute eigentlich Bekannte besuchen, was aber bloederweise nicht geklappt hat, und Pattaya ist sowas von furchtar, dass ich mich mittags schon wieder um einen Anschlussbus bemueht habe, ohne ueberhaupt das Meer 100m weiter gesehen zu haben oder sonst irgendwas von der Stadt. 

Wer ist schon mal mit 20kg am Ruecken und einer grossen Umhaengetasche hinten auf einem Motorrad gesessen, dessen Fahrer keine gleichbleibenden Geschwindigkeiten, sondern nur Beschleunigen und Bremsen kennt, ahja, und sich-in-die-Kurve-legen? Und das 20min lang und nach 36h ohne Schlaf? Und in Asien? 
Im Zentrum dann war ich ausser einer aelteren Russin mit Mann die einzige normale Frau, so scheints, dazu gabs keine Thaimaenner, nur die klassischen, weissen Sextouristen - tausendfach. Bin ja abends angekommen, das Nachtleben war also schon in vollem Gange und ich konnte zwischen dem "chep hotel with ladys", dem "massage include" und dem "fcuk guesthouse" waehlen. Auch wurde mir zweimal angeboten - von einem Tiroler und einem Wiener :) - "kostenlos" mit im Hotelzimmer zu schlafen, es sei ja ein Doppelzimmer und sie so alleine. Als ich dann was gefunden hatte (mit Balkon zur Strasse, leider) gabs nebenan den Rest der Nacht Karaoke mit Transsexuellen, also Maennerstimmen, die Frauengesang versuchen..ja, ich bin nicht sehr ausgeruht momentan.

Aber der kurze grauenhafte Boxenstop ist jetzt vorbei, ich bin gut in der Hauptstadt angekommen und bleib hier erst einmal bis zum Wochenende. Morgen grosser Spaziergang zu allen erreichbaren Sehenswuerdigkeiten, uebermorgen ein Ausflug zum Schwimmenden Markt..


Dienstag, 10. Januar 2012

Sex(tour)ismus

Heut wollt ich euch mal meine zwei Nachbarn vorstellen:



Dreamworld und Pink Paradise!

Jeder weiss ja, dass Sextourismus ein ganz grosses Thema ist hier in Suedostasien, zusammen mit Menschenhandel und Kindesmissbrauch und derlei Sachen..
Und tatsaechlich kann ich bestaetigen, dass es furchtbar viele von diesen Typen gibt, die total stereotypmaessig fett und abstossend und alt sind, diesen geilen Blick draufhaben und bildschoene, duenne, junge Khmermaedchen an ihrer Seite. Kriegt man hier ueberall zu Gesicht, und ich kann mich immer nur fragen, wie sich diese Frauen das antun koennen - selbst fuer richtig viel Geld und aus einer richtig schlimmen Lage heraus - unvorstellbar fuer mich. Freilich kann ich nicht direkt unterscheiden zwischen bezahlter und gefuehlter Liebe, aber selbst wenn der Mann mal etwas annehmbarer aussieht und die beiden sich sogar zu moegen scheinen (und man nicht die Ueberwindung in ihrem Gesichtsausdruck bemerken kann), der einzige wirkliche Grund fuer diese "Zuneigung" ist doch die Hautfarbe!
Dank der Etablissements oben, die bei uns um die Ecke sind, weiss ich auch bestens ueber kambodschanische Prostituierte und ihre Freier und all deren Gewohnheiten Bescheid. (Welche Nationalitaeten nur betrunken aufkreuzen, wer sich bei der Anreise im verdunkelten Auto versteckt etc.)
All das ist hier eigentlich illegal, sowieso wenn die Maedchen minderjaehrig sind (was offensichtlich mehrheitlich zutrifft). Deswegen sind Dreamworld und Pink Paradise und all die anderen Puffs ganz harmlose Karaokebars, deren eine Haelfte der Kundschaft eben aus jungen, unangezogenen Frauen besteht, und alle Polizisten gern gesehene Kunden, die auch mal gratis singen duerfen.

Jetzt koennte man meinen, dass es zu den Aufgaben einiger NGOs gehoert, Aufklaerung dazu zu betreiben, Kinder aus solchen Lagen zu befreien und generell auch die Stellung der Frauen zu staerken, ihnen zu mehr Respekt zu verhelfen und andere Moeglichkeiten aufzuzeigen usw. Man koennte auch meinen, dass wir - als Freiwilligenarbeiter - genau diese Ziele vor Augen haben und vorantreiben..
Leider muss ich mir derzeit aber von bestimmten Kollegen die unvorstellbarsten Dinge anhoeren, die so gar nicht sozial und vorbildhaft rueber kommen.
(Ich bin so wahnsinnig sauer und genervt, dass ich mir mit diesem Eintrag gerade Luft machen muss)
Nicht nur, dass mit den daheimsitzenden Freundinnen Schluss gemacht wird, weil die Frauen hier so viel besser sind (das geht geraade noch in meinen Kopf, weil sie wirklich oft absolut wunderschoen sind, und hier doch tausendmal erreichbarer als in Europa, wo es solche Frauen niemals noetig haetten, sich mit Pubertierenden abzugeben), schon dafuer koennte man sich wirklich schaemen, wir muessen uns auch noch rund um die Uhr dieses sexistische, richtig widerliche und Frauen verachtende Gerede anhoeren. 
Eine in Frage kommende Frau hat von oben bis unten perfekt auszusehen (einschliesslich ihrer Fuesse, die keinesfalls nach Arbeit oder Armut aussehen oder zu gross sein duerfen, ersteres ganz easypeasy fuer Kabodschaner); es ist ganz gut, dass die Frauen hier so schuechtern und konservativ sind, dann kriegt man sie wenigstens unverbraucht - bloed nur, dass der Verkehr mit noch frischeren Minderjaehrigen verboten ist..- ; der Aufenthalt hier wird statt wegen der Projekte deswegen verlaengert, damit sich die Chance, zum Zug zu kommen, erhoeht; derlei Einstellung ist absolut natuerlich, biologisch begruendbar, wir Frauen sollten uns einfach damit abfinden und mitmachen - nein, eigentlich doch nicht, wir kommen naemlich wegen Fuessen, Gewicht und Verbrauchtheit gar nicht erst in Frage!
Und ein Feierabendbier im Pink Paradise ab und zu (nein, lieber nicht zweimal am gleichen Ort, da haette man andernorts einen Anblick verpasst) ist kein Problem, ist das doch schliesslich kein Bordell! Es ist eine K a r a o k e b a r, wie empfindlich wir Maedels wieder reagieren..
Darueber hinaus ist es gut, dass von den Freunden in Deutschland keiner Freiwilligenarbeit leistet, dann ist man wenigstens der einzige tolle Hecht weit und breit! Und so ein Mist, dass das gratis T-Shirt vom Blutspenden zu klein ist, dann sieht keiner wie aufopferungsbereit man war..

Den Rest hab ich grad vergessen und verdraengt bzw ich hab keine Lust es hier zu wiederholen, ich finde nur, dass solche Falschheit und Ignoranz bei einem Volunteer, der eigentlich als Erzieher und Vorbild hierher gekommen ist und das Bild, das die Einheimischen vom Westen haben, praegen wird, erwaehnenswert ist. Ich bin nicht oberempfindlich, aber mit sowas will sich einstimmig kein weibliches Wesen im Camp mehr weiter abgeben, und ich kann nur hoffen, dass der Aufenthalt nicht verlaengert wird, fuer all die armen Maedchen und mich, die ich mich aergern und mir das vorstellen muss..

Sonntag, 8. Januar 2012

Phnom Penh!

Vergangenes Wochenende war ich in Phnom Penh! War ja auch die letzte Gelegenheit, die Hauptstadt noch zu sehen, und im Vergleich zu Indien, wo wir von diesem riesigen Land schon recht weite Teile bereist haben, bin ich in Kambodscha wirklich nicht weit gekommen..Allzu viele Sehenswuerdigkeiten hat das Land aber auch nicht zu bieten, auch wenn es wunderschoen ist.
Phnom Penh hat mir nicht sonderlich gefallen, war fast wie in Bangalore, wo uns zum Schluss die sehenswerten Orte ausgingen. Siem Reap ist viel huebscher und angenehmer und ich bin froh, dass unsrere Organisation hier sitzt. Aber natuerlich wars interessant zu sehen, wir haben zB eine TukTukfahrt gemacht, ohne Ziel, liessen uns einfach durch die Gegend kutschieren, um die Stadt ein bisschen kennenzulernen..was eins der besten Dinge in diesen zwei Tagen war.


Eins meiner Lieblingsmotive, das ich waehrend dieser Spazierfahrt eingefangen hab: Ein Verkaeufer von Drachen fuer Kinder.


CD-Ruecklichter, gar nicht mal so ungewoehnlich,


und was Kambodscha eine Tankstelle heisst! Wer hat die unpraktischen Zapfsaeulen erfunden, wenn man doch so einfach Pepsiflaschen nehmen kann?
Ich liebe diese TukTukfahrten, ich koennt das den ganzen Tag machen, man sieht die tollsten Dinge und es wird einfach niemals langweilig. Und man kann , ohne zu grosse Hemmungen haben zu muessen, die Menschen fotografieren - keiner kann sich beschweren, weil ich im naechsten Augenblick um die Ecke bin (gemein, ich weiss).


Er schaut auch gleich ganz unbegeistert, 


im Gegensatz zu den Streetkids hier, die mir foermlich entgegengesprungen sind, um ja auf dem Foto zu landen.

Ich bin aber nicht nur faul im TukTuk gesessen, sondern hab mir wie immer in Staedten die Fuesse wundgelatscht (so fleissig, dass ich am Ende aus Langeweile zur Massage gehen musste..) und alles moegliche besichtigt. Diverse "Wats", dh Pagoden, dh Tempel u Klosteranlagen, den Russian Market und den Koenigspalast..


Ich war am Mekongufer spazieren..


und natuerlich im beruehmten S21 - Gefaengnis der Khmer Rouge. Das war ziemlich furchtbar, vage zu vergleichen mit dem Besuch in Dachau etwa, aber doch wieder anders. Nicht mein eigenes Volk diesmal, dafuer die Leute, mit denen ich zusammenwohne und -arbeite, alles erst 30 Jahre her (Pol Pot starb sogar erst vor wenig mehr als 10 Jahren, gluecklich im Alter von 82, die Partei gibt es immer noch und der derzeitige Praesident war fuehrendes Mitglied der Roten Khmer) und absolut unaufgeklaert und unaufgearbeitet. Jeder Mensch hier hat irgendeinen Verwandten, der umgekommen ist, oder hat selbst gelitten.. Noch eindringlicher wurde das Erlebnis dadurch, dass von jedem einzelnen der vielen Gefangenen ein Portraet ausgestellt war, oft eine Art Vorher-Nachher-Vergleich - vor der Folter und danach, bzw vor der Ermordnung und danach.


Getoppt wurde das noch am selben Vormittag vom groessten Killing Field Kambodschas, wohin die Gefangenen des S21 zur Exekution gekarrt wurden..


Tatsaechlich musste man aufpassen, dass man nicht auf die Knochen, Zaehne oder Kleidungsfetzen stieg, die durch den Regen immer noch an die Oberflaeche gebracht werden. Am schlimmsten war allerdings der Baum, gegen den die Soldaten die Kleinkinder und Babys schleuderten, um sie munitionsschonend zu toeten. Da kann man immer noch den getrockneten Batz sehen, mir ist richtig schlecht geworden und ich zeig euch davon lieber mal kein Foto.

Montag, 2. Januar 2012

Das neue und das alte Jahr

Ich wuensch euch allen noch ein frohes neues Jahr! Hoffe, ihr habt um 18.00 Uhr schon fest mit mir mitgefeiert..wir jedenfalls haben sogar noch auf das englische Neujahr (7.00 Uhr morgens) warten muessen, bis jedermanns Land in 2012 gerutscht war. Die Fotos von der Strassenparty in der Pubstreet erspare ich euch - Menschenmassen und Bier, das von den Daechern geschuettet wurde..usw usw (und ich in nicht vorzeigbarem Zustand). War jedenfalls sehr aufregend :) 
Stattdessen ein paar Neujahrsspaziergangfotos, die den euren bestimmt nicht nahe kommen:



Die beiden Fotos sind aus unsrer Strasse "chocolate road"..die Kinder aus der Nachbarschaft.


und das aus der Naehe des Old Market. 
Auch hier gibts trotz der tausend NGOs noch viele Strassenkinder, man sieht sie aber nicht mehr so oft wie z.B. in Indien. 
Ganz besonders lustig fand ich Samstagabend die besorgten Touristinnen, die die bettelnden Kinder aus der feiernden Masse herausschleusen wollten. Dazu muss man wissen, dass wir die gleichen Maedchen und Jungs jeden Abend in der Pubstreet sehen und uns gegenseitig meistens schon mit Namen kennen, jeden Tag verkaufen sie von nachmittags bis 4 Uhr morgens Armreifen und Rosen und allerlei Zeugs und tanzen vor den Clubs, um die Touristen auf sich aufmerksam zu machen (viele sind bescheuert genug, die Kinder zu filmen oder mit ihnen zu tanzen (!), weil das ja so lustig ist. Kein normaler Mensch wuerde je in Deutschland nach Mitternacht mit einem 6-Jaehrigen zu Clubmusik tanzen - jeder waere furchtbar besorgt - aber hier geht das anscheinend in Ordnung..ist ja nur der kambodschanische Nachwuchs). Ja, und man haette den Leuten, v.a. zwei sehr doofen Tussen, die uns vorwurfsvoll angeschaut und angemotzt und weggeschubst haben, waehrend sie die Kinder aus der Menge bugsierten, vielleicht sagen sollen, dass wir mit unsren NGOs versuchen, genau solche Schicksale zu verhindern (waehrend sie offenbar keine Ahnung haben) und Aufklaerung zu betreiben, damit ihnen nicht immer (wie, hab ich gesehen, von ebenjenen vorwurfsvollen Tussen) Geld gegeben wird, das das Arbeiten auf der Strasse lohnenswert macht. Offenbar ist es den beiden auch nicht aufgefallen, dass sie in den zwei Stunden, in denen ich ihnen zugeschaut habe, immer die gleichen 3-5 Kinder weggebracht und mit Geld "fuer das Taxi nach Hause" versorgt haben, haha..
Ich hab gelernt zu akzeptieren, dass ich gewisse Dinge im Augenblick nicht aendern kann. Oft muss man halt woanders anpacken, um was zu bewirken, und die gut gemeinte "Hilfe" ist an manchen Stellen eher kontraproduktiv.

Am naechsten Tag hab ich meine Tradition, den 1.1. im Bett zu verbringen, gebrochen, und bin stattdessen mit zwei Schuelerinnen, Piksey und Akara, 17 und 18, zu Angkor Wat geradelt. Sie hatten mich zu dem Ausflug eingeladen und ich hatte mir schon grosse Sorgen gemacht, wie ich die (immerhin, fuer Neujahr, und hier ist es ja heiss) 12km ohne Umzukippen ueberstehen soll...Dann realisierten die beiden aber irgendwann, dass ich ja 20 USD fuer den Eintritt bezahlen muesste, waehrend sie frei waeren, was sie in groesste Verlegenheit stuerzte - weil sie mich zu diesen suendteuren Ausflug genoetigt hatten! Sie wollten fuer mich zusammenlegen, ich hab mich natuerlich geweigert, also sind wir letztendlich wieder umgekehrt und in den Supermarkt gegangen, eine der liebsten Freizeitbeschaeftigungen meiner Schueler. Nicht etwa, um was zu kaufen, einfach nur so, weils da eben so schoen ist..
Und ich hab sie zu einem Eis eingeladen und sie mich in die Skatinghalle..


...offenbar die zweitliebste Freizeitgestaltung, fast alle Personen auf dem Bild gehen zu mir in die Jay's School.
Richtig suess da, die Maedels zw 13 und ca 18 stehn am Rand und schaun den coolen Jungs auf ihren Inlineskates zu :)

Von Dezember bis Februar ist in Kambodscha uebrigens Winter, und gleichzeitig die Hochzeitshochsaison. Und da die Ehe auch hier, wie in Indien, noch so ziemlich den Lebensinhalt beschreibt, ist die Hochzeit eine grosse Sache und wird mindestens zwei Tage lang gefeiert. Offensichtlich gibts auch nicht sowas wie Laermbelaestigungsgesetze, wir in Thida's House werden jedenfalls seit gut einer Woche mit wunderschoen romantischer, traditioneller und moderner Khmer-Pop-Schnulzmusik beschallt, aus richtig tollen Lautsprecheranlagen, die einen grossartigen Sound gestalten. Hoert sich meistens an, als waere der Saenger am Weinen oder mindestens untroestlich. Gestartet wird sowohl am ersten als auch an jedem weiteren Tag um 4 oder 5 Uhr morgens, nur mittags wird mal (ueber Lautsprecher natuerlich..) gebetet, dann gehts weiter bis nachts um 12. Ausdauernd, das Volk, und so gewitzt! Damit sich die Feierlichkeiten, die Musik v.a. wohl, nicht in die Quere kommen, wird abgesprochen: Erst wenn die eine Hochzeit vorbei ist, darf der Nachbar die seine beginnen! Fuer nie endenen, ununterbrochenen Feierspass!
Letzten Donnerstag nach einer praktisch schlaflosen Nacht hab ich mich so gefreut, endlich dem Viertel zu entkommen und in die Schule fahren zu duerfen, nur um dann dort von einem weiteren, froehlichen Fest empfangen zu werden..