Die Zugfahrt von Margao nach Mumbai, die uns gestern von morgens um 8 bis abends um 10 beschaeftigt hat, war richtig richtig schoen. Im Reisefuehrer steht schon, dass es landschaftlich am meisten zu sehen gibt, und tatsaechlich ist mir den ganzen Tag nicht langweilig geworden..
Da sass ich und staunte, wie viel unberuehrtes Land mit ganz geringer Bevoelkerungsdichte es hier gibt, in einem der Laender (oder dem?) mit der schnellesten Wachstumsrate. Berge, Taeler, Urwald, stundenlang, soweit das Auge reicht. Dann Felder, die von bunten Saris und duennen Maennlein bestellt werden, und haette ich mich nicht in einem Zug befunden, haette ich nicht sagen koennen durch welches Jahrhundert ich grad reise. Alles sah so urspruenglich aus, und das ist eines der Dinge, die mir an Indien so gefallen!
Dann wiederum passierten wir Orte, in denen sich, wie ueberall, die Menschen nur so stapelten - Indien, das Land der Gegensaetze.
Furchtbar waren die vielen Tunnel, die offenbar keine Belueftungssysteme haben - jedes Mal, wenn der Zug wieder so langsam (bei toller, fotografierenswerter Landschaft jagt er dahin) durch die Dunkelheit kroch, rangen wir mit dem Erstickungstod.
Irgendwann wurde es auch draussen finster und ich wurde muede, und dann hatte ich ploetzlich das Gefuehl, gleich in Radldorf zu halten:)
In Goa hatten wir ein gutes Abschiedswochenende, wir waren nochmal in Colva und Margao und haben am Sonntag die Fahrt zum 600m - Dudhsagarwasserfall auf uns genommen:
(Immerzu denken wir uns: Wow, sowas haben wir auch noch nie erlebt!)
War sehr sehenswert und eine huebsche Abkuehlung:
Der Freitag allerdings war recht traurig, wir mussten uns von unsren Projekten verabschieden, den ganzen Kindern. Es war der letzte Beachday, wir haben kleine Geschenke verteilt und unsrerseits welche gekriegt, Pinka hat mir gleich ein riesiges, in rotes Geschenkpapier, Plastiktueten und mindestens eine Rolle Tesa gewickeltes Paket ueberreicht, mit Armreifen, die mir ueber das Handgelenk gequetscht wurden und dort fuer immer bleiben muessen, weil der Schmerz beim Versuch sie abzunehmen einfach zu gross ist, mit schicken Schlangenkreolen und Haarspangen und einer Glitzerkette und einem herzzerreissenden Brief, geschrieben mit Nagellack (in Ermangelung anderer Farbstifte). Da sind mir die Traenen gekommen..
In Mumbai haben uns gleich die groessten Betrueger erwartet - als wir in ein Taxi stiegen, fiel ich fast auf einen ganz billigen Trick rein: Ich wurde um Wechselgeld, zwei 500 Scheine fuer einen 1000 Schein, gebeten, gab sie raus und sofort wurden mir zwei 100 Scheine hingehalten, als ob ich mich vertan haette, und ich sollte sie gegen zwei weitere 500 austauschen. Jaja! Danach haben die beiden Inder uns nochmal eine riesen Angst eingejagt, als sie in einer recht dunklen Strasse mit uns anhielten, wir haben schon gestestet, ob wir die Tueren schnell oeffnen koennen, und unsre Taschen zur Flucht bereitgemacht.
Im Hotel angekommen wurde uns eroeffnet, dass nur Indian Citizens Zutritt haetten.
Es war 11.30 ABENDS! Noch dazu hatten wir im Voraus bezahlt - das Geld will immer noch keiner rausruecken. Wahrscheinlich ist in der Vergangenheit alles zu glatt gelaufen, da musste irgendwann ein ChaosPanikVerzweiflungsTag her..
Jetzt sind wir in einem neuen Hotel und warn auch schon auf Streifzug im Fort-Viertel..
Auch mitten in der Megastadt gibts Landwirtschaft, uebrigens gleich neben den Slums am Bahnhof (oben).
Vorbereitungen auf Diwali, eine Familie auf der Verkehrsinsel macht Blumenketten.


Liebe Magdalena,
AntwortenLöschenschön, dass Du uns über Dein Tagebuch an Deinen Erlebnissen teilhaben läßt.
Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg und Glück,
Siegfried, Susanne, Michaela und Thomas