Dienstag, 27. September 2011

Strand, Hampi und Fishermenprojekt


Jaja, unser Strand..
Haben den halben Samstag dort verbracht und Sonnenbraende davongetragen, aber Gott sei Dank nicht so schlimm wie ein englischer Volunteer, der heute frueher nach Hause aufgebrochen ist, weil er Brandblasen am Ruecken hat. Die Straende in Goa sind wirklich wahnsinn, hin und wieder etwas verschmutzt und 5 Hunde sind immer in der Naehe, aber noch ganz leer und so weit, und so weiss..und so voller Palmen :)

Am Abend sind wir mit einem overnight-Bus nach Hampi (in Karnathaka) gefahren, wo es an die 2000 Tempel, 500 Jahre alte Ruinen und vermutlich vom Urmeer glattgeschliffene Felsbrocken gibt. Schon um 7.00 Uhr morgens sind wir auf den ersten Huegel gestiegen und haben mutterseelenalleine die beruehmteste der Anlagen besichtigt..


Direkt dahinter ein malerischer Fluss


auf dem seltsame, runde Boote unterwegs waren


und, schwupps, sassen wir auch schon in einem davon und wurden von einem Inder herumgerudert. 
War ziemlich lustig!


Wir kamen an halb im Wasser versunkenen Tempelruinen vorbei und mussten (in rasantem Tempo, um nicht abgehaengt zu werden) ueber die Felsen klettern, um im Boden eingelassene Lingams (?) zu erreichen.
Dann gings erst mal  Pfannkuchen fruehstuecken, spaeter bisschen am Gandhibazaar einkaufen und zu weiteren Ruinen, zB einem Untertagetempel voller Fledermaeuse - aber die 2h gleich am Anfang konnten nicht mehr getoppt werden. Richtiges Schatzsuchergefuehl mitten im Urwald, ganz alleine und bei Sonnenaufgang. Fast der schoenste Ausflug bisher!
Bloss, dass ich am Nachmittag noch in einen Nagel gestiegen bin, als ich Schuhe probieren wollte :( Tut zwar schon nicht mehr weh, aber man muss in all dem Schmutz hier natuerlich permanent Angst vor einer Infektion haben.
 
Noch ein Einblick in mein Nachmittagsprojekt mit den Kindern der Fischer. So sah die Unterrichtsstunde aus, die ich gestern dort gehalten habe:
 

Alisha und ich haben Figuren in den Sand gemalt und auf Englisch benannt.. Die Maedels hatten alle keine Hausaufgaben auf und wollten mit uns am Strand spielen. Leider konnte ich ja nicht mit ins Wasser huepfen wegen meinem Fuss, bekam als Trostpflaster aber Muscheln und Gemaelde geschenkt usw.
Aber das sieht natuerlich nicht jeden Tag so aus, normalerweise sitzen wir in dieser Huette:


und versuchen ernsthaft zu Lernen!
Und jetz gehts auch schon wieder los, genau dorthin..juhu

Magdalena
 
 



Montag, 19. September 2011

Wochenende

 

Viele von euch haben das Foto ja schon auf Facebook bemerkt :)
Wir, Kristin (oben, erkennt man gut) und ich, haben gestern auf einer Gewuerzfarm nahe Ponda eine Elefantenfrau "gewaschen", und Rita hat wunderbare Bilder gemacht. Wir standen mit ihr in einem Bach und spritzten ihr den Buckel ab bzw kraulten sie mit einer Kokosnussschale, aber vor allem hat sie uns hinterher, als wir uns noch auf ihren Ruecken setzen durften, so richtig abgeduscht, wie ihr seht. Wir warn von oben bis unten klitschnass und ich hab unsrem Fahrer mit meiner Hose noch schoen die Sitze eingefaerbt..


War voll lustig und dem Tier hats bestimmt auch besser gefallen als denen, die uns damals in Jaipur den Berg raufschleppen mussten. Sie hat sogar ihr Ohr umgeklappt, damit wir sie auch dahinter abspuelen konnten und getroetet und (genuesslich bestimmt) ihre Augen geschlossen.
Natuerlich gabs auch Pfeffer, Curry, Vanille und Co. zu sehen, alles sehr schoen angelegt, man fuehlte sich wie im tiefsten Dschungel.

Ja, und dann warn wir noch in der Goa-Hauptstadt Panjim, mehr ein Pflichtbesuch, denn dort gibts nicht viel zu sehen, ausser die ein oder andere Kirche, ein paar Shops und den Stadtmarkt. Der allerdings war toll!


Unten war alles voller Gemuese und Blumen, im Obergeschoss dann die ueblichen Textilgeschaefte etc. 

Und mittendrin lauter schlafende Kraeuterweibchen. Draussen stiessen wir auf die Fischmarkthalle und mussten auf Kristins Befehl auch noch durch - so einen Gestank hab ich auch noch nie erlebt, 
lebendige Meerestiere und zum Schlachten bereite Ziegen, Huehner ohne Kopf, aber zuckend, und ein aus Schweinehaelften Daerme herauszerrender Metzger. Erstaunlich genug, heute haben wir trotzdem schon wieder Fisch essen koennen!
Eins ist uns in Panjim noch aufgefallen, und zwar die total praesente, hilfreiche goanische Polizei, genau wies eben auch dransteht:

Heute war Premiere bei unsren Nachmittagsprojekten, Rita im Altenheim, wo sie zur Begruessung gleich mal aufgefordert wurde, alle Naegel zu schneiden, und ansonsten viel Karten spielte. Es gibt dort eine Regel, die uns beiden wieder besonders gefaellt: Den maennlichen Insassen ist es gestattet, das Haus zu verlassen, den weiblichen nicht. Und zwar, weil diese den Weg zurueck nicht mehr finden wuerden, ganz bestimmt! Ist zwar eigentlich eine ganz furchtbare Version indischer Diskriminierung, trotzdem muss ich immer wieder lachen, wie bloedbloedbloed!
Und eine Geschichte ist besonders traurig: Es gibt da eine erst 45-jaehrige Frau, die im Alter von 22 ploetzlich gelaehmt war, wer weiss wie lange sitzt sie jetzt also schon in diesem Heim herum, im selben, stinkenden Zimmer, jeden Tag! und kann nicht aus ihrem Bett heraus..und wer weiss wie lange muss sie es bei ihrem Alter dort wohl noch aushalten! Die anderen wollen morgen versuchen, ihr einen Rollstuhl zu besorgen.
Ich hab in einer Huette am Strand Hausaufgabenbetreuung gemacht, konkret: das Einmaleins geuebt und die korrekte Ausprache von englischen Woertern. Die Maedchen sind ca 10 Jahre alt und ganz liebenswert, am Schluss haben wir noch Muscheln am Strand gesammelt und zur coolen indischen Musik getanzt. Nur der Fischgestank ist echt nicht auszuhalten, mir ist so speiuebel geworden. 
Alles in allem bin ich sehr froh um die unanstrengende Aufgabe dort, bei dem Chaos, das im Waisenhaus herrscht.. Es wurde mir ja letzte Woche versprochen, dass Montag oder Dienstag ein Arzt nach den Kindern schaut - heute konnte sich daran natuerlich kein Mensch mehr erinnern. Ich habe ausserdem eine neue Idex-Mitarbeiterin zugewiesen bekommen, die, ausser Fotos, gar nichts gemacht hat. Als ein Maedchen sich in die Hose gekackt hat, sagte sie nur "Oh" und ich musste sie alleine saubermachen, als ein Junge sich praktisch stranguliert hat, sagte sie nur "Oh" und hat gelacht (!), als andere sich und uns mit Steinen bewarfen, hat sie nicht mal mehr "Oh" gesagt, von dem Problem mit Laxsmi (das Maedchen, das nicht reagiert) hat sie auch heute zum ersten Mal gehoert.
Nach 2 Stunden mit dieser Frau und 20 Kindern war ich fix und fertig und genervt und sauer, und ich bin auch schon wieder gespannt auf morgen.

Sonst is alles gut, liebe Gruesse


Freitag, 16. September 2011

Schlimmer Tag

Heute wars wirklich nicht sonderlich schoen in den Projekten..
Rita und die anderen bei den fishermen-Kindern haben gestern eine Kleine ins Krankenhaus gebracht, die ihren Koerper voll von diesen eitrigen Stellen hat, sie bekam wieder mal einfach so Antibiotikum verschrieben und wurde vorher gar nicht richtig untersucht. Das Maedchen war ueber Mittag im Camp und hat mit uns gegessen, so so so lieb!


Wie sie sich ueber simple Nudeln und Chapati gefreut hat!
Heute stellte sich dann heraus, dass die Eltern "vergessen" haben die Medizin zu geben und es vermutlich auch in Zukunft regelmaessig "vergessen" werden, weil sie, keine Ahnung, kein Interesse daran haben, dass ihr Kind gesund wird, oder weil sie nicht glauben, dass ihr geholfen werden kann.. Jedenfalls muessen Rita und die anderen Freiwilligen jetzt versuchen das alles zu erledigen, unregelmaessig und ausser Plan dann. Tatsaechlich kann ich nicht verstehen, wie man so mit seinem Kind umgehen kann!

Im Waisenhaus wars kein bisschen besser, wir haben dort auch ein infiziertes Kleinkind:


 und wollten fragen, ob aerztliche Behandlung auch hier moeglich waere - die Antwort war nein, denn die Heimleiterin erlaubt nicht, dass die Kinder untersucht werden! Nach Gruenden zu fragen ist hinfaellig, es kann einfach keine geben, wie rechtfertigt man es bitte, dass ein offensichtlich ansteckendes, schlimm krankes Kind nicht geheilt werden darf?
Wenigstens das apathische Maedchen darf ich naechsten Freitag zum Psychologen bringen, allerdings glaub ich das erst, wenn wir vor ihm sitzen.
Als wir heute mit den Kindern spielten (einigen wurden die Farben beigebracht, einige malten mit mir batmans in ihre Hefte), erschien auf einmal die Oberschwester und beschimpfte uns, weil wir z.T. jemanden auf unserem Schoss/Arm sitzen hatten - Koerperkontakt ist naemlich anscheinend nicht erlaubt. Sie drohte an uns rauszuwerfen und warf uns mangelnden Respekt vor, und dass wir unsre Aufgabe als Lehrer nicht gut erfuellen (meine Gruppe ist zw 1 und hoechstens 3 Jahren alt, was bitte kann ich denen beibringen? Sie sind zu jung um das Alphabet oder Zahlen zu erfassen, schon die viel aeltere W-E-Gruppe in Lalsot war damit ueberfordert) und somit gleich abhauen koennen..
Einige Maedchen waren danach ganz verstoert, die restlichen musste ich buchstaeblich von mir wegschieben, weil die bloede Frau alle paar Minuten um die Ecke kam und kontrollierte. 
Was fuer ein unnatuerliches Verhalten, wenn die Kleinen kommen und sich zu mir setzen wollen, nehme ich sie automatisch in den Arm, ich kann gar nicht anders! Es ist ja auch gerade unsere Aufgabe dafuer zu sorgen, dass sie mal gestreichelt werden und umarmt, weils ja sonst nie jemand tut!!


Ich war so unglaublich sauer, ich kann einfach die Beweggruende nicht verstehen.
Spaeter gabs noch einmal einen Zusammenstoss, weil zwei Voluntaere, die morgen abreisen, Schokoladenbonbons mitgebracht hatten. "Die Kinder kriegen jeden Tag Suessigkeiten und werden nicht misshandelt, wir sollen in IHREM Haus IHRE Regeln respektieren" und sozusagen nicht die Kinder verziehen.
Boese Frau.

Mittwoch, 14. September 2011

Arbeiten und Relaxen


Meine ersten zwei Tage im Waisenhaus waren sehr gemischt. 
Die Arbeit ist toll und ich bin so froh, den Platz bekommen zu haben, aber gleichzeitig gibts wieder so viele neue Herausforderungen und Rueckschlaege..
Ich hab ja in Lalsot gelernt, nicht auf einen sichtbaren Effekt meines Unterrichts zu hoffen, sondern nur zu versuchen, die Zeit fuer die Kinder so schoen, lustig und lehrreich wie moeglich zu gestalten. Bei dieser neuen Aufgabe geht es jetzt gar nicht mehr darum ihnen was beizubringen, hauptsaechlich bin ich dazu da, das Kuschelbeduerftnis zu stillen. Alle scharen sich um uns und wollen hochgenommen, gestreichelt werden. Und dann wird gebastelt, gemalt und auf dem Spielplatz getobt:)
Natuerlich ist es aber nicht ganz so idyllisch, in dem Teil des Waisenhauses, den wir zu sehen bekommen (der Rest darf nicht betreten werden), laesst sich z.B. nie eine Aufsichtsperson blicken. Es sieht tatsaechlich so aus, als waeren diese Kinder zwischen 1 und 5 Jahren sehr viel auf sich alleine gestellt, und klar sind sie alle dreckig, halbnackt usw. Die Kleine, die sich oben grade den von mir gebastelten Papierhut aufsetzt, hat am ganzen Koerper eitrige Abszesse, heute hat sie aus den meisten davon geblutet, weil sie sie offensichtlich aufgekratzt hatte. Keine Ahnung, ich hoffe es sind einfach entzuendete Stiche o.ae. und nicht eine ansteckende Hautkrankheit! Letzte Woche wurde allen anscheinend erst mal der Kopf rasiert (oder Teile davon), auch sehr huebsch..


Zwei der kleineren auf der Schaukel - das linke Maedchen lag spaeter noch eine Stunde in meinem Schoss und liess mich ihr alle Kinderlieder der Welt vorsingen.


Dieses Maedchen reagiert nie, auf nichts. Ich hab sie hochgehoben, bin mit ihr gehuepft, hab ihr Stifte zum Malen gegeben und sie in die Nase gezwickt - kein einziges Mal hat man gemerkt, dass sie mich wahrnimmt. Meistens starrt sie einfach nur apathisch vor sich hin. Ich will ja gar nicht wissen, was ihr in der Vergangenheit schon passiert sein muss, oder vielleicht ist es ja eine Form von Autismus etc.. Jedenfalls braeuchte sie gute aerztliche/psychologische Hilfe, was wir den project executives auch mehrfach vorgeschlagen haben. Deren Kommentar ist wieder mal total zufriedenstellend: Das Kind sei einfach voruebergehend deprimiert, das wuerde sich in ein paar Tagen geben. Es ist nicht schwer sich vorzustellen, wie traurig und frustriert einen das macht, die arme Kleine tut mir so leid, und ich werd ihr einfach nicht helfen koennen.

So haben wir uns den freien Nachmittag verdient und sind an den menschenleeren Strand nach Majorda gewandert. Wunderschoen, nur kann man nicht zu weit ins Meer rein, weil die Stroemungen echt tueckisch sind, eine Freiwillige konnte letzte Woche anscheinend einmal nicht mehr aus eigener Kraft zurueck.


Und auf dem Heimweg:


Jaa, geenau!

Liebe Gruesse von uns, magdalena

Dienstag, 13. September 2011

Bilderrausch

Gut angekommen in Margao, Goa, und wieder gesund! 
Die Zugfahrt war echt langweilig, wir sind nicht wie angekuendigt 28, nicht 29, sondern ganze 32h im selben Abteil gesessen und haben das Husten, Stoehnen, Schnaufen und Rotzen eines furchtbar ekligen Inders ueber uns ergehen lassen, der war keine 2min still! Wir haben schlechte Buecher gelesen, aus dem Fenster gestarrt..ja, das wars:)
Aber die Ankunft hier war toll, ueberall Palmen (im Camp mit Lichterketten), das Essen ist, bisher zumindest, besser und abwechslungsreicher, die Unterkunft groesser und schoener, und man kann jeden Tag was unternehmen! Wir haben uns am Sonntag gleich dem Ausflug der anderen Maedels hier angeschlossen und waren in Palolem, am angeblich schoensten Strand der Gegend, haben ein Fort der Portugiesen besichtigt und eine Flussmuendungsfahrt gemacht. Gestern nach der Besichtigung der workareas waren wir im Strandort Colva. Wir kriegen jeden Tag kostenlosen Transfer dorthin, nur kann man sich dort leider nicht im Bikini zeigen, wegen der vielen indischen Maenner.. das wisst ihr ja bereits aus Rajasthan..
Rita arbeitet seit heute mit Kristin in Fischerhuetten am Strand, in denen sie die Kinder unterrichtet, ich bin in einem Waisenhaus mit ganz kleinen Stoepseln, mit denen ich eigentlich nur spiele. Wir setzen die erste Woche mit unsren Nachmittagsprojekten aus, damit wir die Gegend hier anschaun koennen, aber ab Montag geht Rita dann in ein Altenheim, mutig!, darueber erzaehl ich irgendwann noch was, und ich mach Hausaufgabenbetreuung am Strand.
Was wuerd ich dafuer geben, mein Reisetagebuch hier digitalisiert zu haben..hab grade keine Kraft alles weitere nachzutragen, daher gibts einfach viele Bilder, noch aus Rajasthan und von den letzten 2 Tagen hier in Palolem und Colva Beach:


der kleine Mumalschatz - ich haette sie doch einpacken sollen,


unsre feierliche Verabschiedung an der governmental school in Lalsot, mit Reden, Gesang und Ueberreichen von Pokalen,


eine in knalligen Sari gewickelte Frau am Picholasee in Udaipur,


und die Art unsrer An-/Abreise :)


Taeglich weniger vom Hund zu sehen auf unsrem Weg zum Women-Empowerment.


Fischer am Strand von Palolem, kurz vor Sonnenuntergang,


hoechst motivierende Lepraaufklaerung (mit offenbar angesichts der kleinen Krankheit wenig erschuettertem Werbekind) im Krankenhaus von Margao, in das wir auch schon wieder mussten, um einen kleinen fishermen-Sohn mit verbruehtem Arm verarzten zu lassen,


der Strand von Colva,


mit uns beiden darauf!



Mittwoch, 7. September 2011

Udaipur und Abschied von Rajasthan

Hallo nach langer Pause, wir hatten kein Internet, natuerlich.
Alles klar bei uns bis auf mittelkleine gesundheitliche Problemchen bei mir:)

Wir naehern uns dem Ende unsres Aufenthaltes in Rajasthan langsam aber endlich an, und der Ortswechsel ist auch echt noetig, neue Aufgaben, Gesichter und v.a. keine Abgeschiedenheit mehr! Wir werden mitten im Geschehen sein, an den Strand gehn wann immer wir wollen und evlt sogar mal einen Ausflug unter der Woche machen koennen..juhu!
Zwischen diesem und jetzt liegt freilich noch das Highlight unsrer ganzen Reise, die 29h-Zugfahrt ohne Fenster und Pause, dafuer mit viel Indien, bzw indischen Menschen pur (dh Gestank, Enge..).
Wir hatten letztes Wochenende schon einen kleinen Vorgeschmack darauf, als wir mit dem Nachtzug nach Udaipur fuhren. Waren aber eben nur 7h, die wir auch noch schlafend verbracht haben..Wir werden sehen!

Udaipur war wieder wahnsinnig schoen, die beste Stadt bisher fuer mich! Nicht zu gross, nicht zu klein, nicht zu schmutzig, mit dem wunderschoenen Picholasee, auf dem wir eine Bootstour gemacht haben und dem praechtigen Maharaja-Palast, der ueber allem thront. Eine sehr touristische, aber gut aufgezogene Folkloreshow mit Taenzen und Musik haben wir besucht, und natuerlich viel geshoppt, Ledertaschen und Ringe bei Rita, gelbe Schuhe und ein Schal bei mir. 
Das Einkaufen geht hier so gefaehrlich gut! Da habt ihr mit uns beiden wirklich die falschen losgeschickt :(
Heute haben wir gepackt und schon der erste Monat schafft unsre Rucksaecke total. Das waere aber alles nicht so schlimm, wir schleppen das Zeug liebend gerne, das furchtbare ist, dass 5 mal so viele tolle Dinge hierbleiben! Wir werden uns wohl einfach einen Container mieten :)
Bilder bekommt ihr uebrigens von einem hoffentlich um Welten besseren Internetanschluss in Goa nachgeliefert.

Beim Women-Empowerment brach am Montag ein riesen Streit aus, Maenner beschimpften unsre Schuelerinnen, die sich dann im Haus verstecken gingen..Wir machten uns auch auf den Weg, bevor wir noch irgendwo in die Quere kommen konnten und liessen uns vom Betreuer Narula das Problem erklaeren:
Offenbar hat eine junge Frau, die ganz eng mit den beiden aelteren Maedchen vom Projekt verwandt ist, in der vorhergehenden Nacht zum wiederholten Mal versucht sich umzubringen..Sie wurde gerettet, und darueber wurde schon mal diskutiert - wieso man sie nicht einfach machen liess (die Meinung der direkten Verwandten!!) und man sich einmischen musste, bzw warum es jetzt kein Dank gibt usw. Allerdings war das eigentliche Hauptproblem gar nicht der Selbstmordversuch, sondern dass sie es auf dem Land des benachbarten Clans und nicht ihrer eigenen Familie tat. (Ein Feld, auf dem jemand stirbt, ist verflucht und somit unbrauchbar) Wiederum das war aber Absicht: Das Maedchen wollte diejenigen bestrafen, die sie zu der Tat getrieben hatten. Und der Kommentar Narulas? "What can we do? We can do nothing! It's an internal matter. Hahaha!"
Gut oder? Da kommen wir aus Europa um den Leuten hier zu helfen, genau so eine Frau wie die, die wir kennenlernen und unterrichten, will sich toeten und der Kommentar unsrer Organisation ist "Hahaha!"

Wir sind einfach nicht mehr in Deutschland.