Samstag, 27. August 2011

Kurzgeschichten

Ein ganz entspanntes hey aus Pushkar!

 Nach einer 12h-Busodyssee ohne Essen und AC, dafuer mit Migraene, haben Kristin und ich uns grade eine Stunde lang ne Ayurveda-Ganzkoerper-Oelmassage gegoennt - fuer schlappe 9euro!
Dafuer wurden wir von einem Inder auf seinem Motorrad durch die Stadt zu seinem Haus gefahren..wenn wir das vorher gewusst haetten, haette ich mir das eher durch die Lappen gehen lassen. Aufregend, aber die Sache wert, meine Masseurin ist sogar auf meine Schulterfehlstellung gekommen, wofuer ich jetzt hier leider nicht anzuwendende Tipps bekommen hab:)

Jetzt gibts lustige Kurzgeschichten aus dem Leben der zwei Indienreisenden, ihr koennt ja unten abstimmen, welche euch am meisten zusagt..

(1) 
Zur Einstimmung ein Bild, aus dem Bus, der ein galoppierendes Kamel vor sich hertreibt, fotografiert:

Unser Fahrer also, der uns so immer zu den Schulen/auf den Markt etc bringt, hat einen ueberdimensional langen, ekligen Nagel am kleinen Finger (leider kein Foto verfuegbar). Dazu gibt es unter uns Freiwilligen mehrere Theorien, die ihr in die Abstimmung mit aufnehmen duerft.. 
Hat er entdeckt, dass sich damit einfach gut Nase- und Ohrenbohren laesst? Oder verbringen wir taeglich Stunden in den Haenden eines verkoksten, dabei aber auf Hygiene bedachten (wo soll man das Koks hier auch sauber hinrichten wenn nicht auf den eigenen Fingernagel) Chaffeurs? Angesichts der Tatsache, dass unser Koch in der Kueche Gras raucht und frueher wohl schon mal an Volunteers verkauft hat, in Indien!, gute Nacht:)

(2)
Die Arbeitsstaette einiger anderer Freiwilliger ist gleich neben unsrem Camp. Sie unterrichten dort die "Snake Charmer's Kids" in Englisch und Mathe. Der Schlangenbeschwoerer und seine 3 Brueder sind, wenn nicht grade mit den Kobras unterwegs, betrunken. Vor ein paar Tagen gingen 2 der Maenner waehrend der Stunde mit Geschrei und Eisenstangen/Messern aufeinander los, alle Kinder, Frauen und Volunteers mussten aus der Schusslinie fliehen. Nette Nachbarschaft, von den Giftschlangen, die sie 100m von uns zuechten, ganz zu schweigen.

(3)
Einmal letzte Woche musste der Kokser mit uns zum Tanken fahren. Er stieg aus, wir blieben sitzen und liessen uns von den 15 Tankstellenmitarbeitern, die die 2 Zapfsaeulen bewachten, bewundern. Normalerweise begnuegen sie sich damit, machen evtl heimlich Fotos, diesmal kam gleich einer in den Bus, stellte sich vor Rita hin und hielt mit dem Fotohandy auf sie zu :) Man muss dazu sagen, es war ein Krisentag und sie, wir alle eigtl, wahnsinnig entnervt, aber das hat sie verstaendlicherweise voellig austicken lassen. 
Selbst ein Inder muesste doch merken, dass man sich so nicht verhalten kann? Und uns wird gesagt, wir sollen ja alles verhuellen und den Kopf senken, und NIEMALS ohne zu fragen Fotos machen!

(4)
Eine der 2 Schweizerinnen im Camp hatte seit ein paar Tagen ziemliche Magenprobleme usw. Es ging ihr sichtlich immer schlechter, und eine amerikanische Aerztin, die hier Gesundheitsaufklaerung betreibt, wollte sie gerne untersuchen. Da mindestens die Haelfte der Leute zumindest Magengrummeln und daher Angst vor einer gleichen Erkrankung hatte, warteten wir alle gespannt auf die Diagnose...die da hiess: Parasiten!
Logischerweise reagierten wir alle sehr panisch, auch weil die Frau von extrem grosser Ansteckungsgefahr und wochenlanger Therapie redete und wir alle die Krankenhausgaragen in der Naehe gesehen hatten (das naechste richtige Krankenhaus ist 3-4h auf Huckelpisten entfernt, und mach das mal mit Uebelkeit!).
Spaeter am Tag klaerte sich allerdings auf, dass im Englischen alles Lebendige, also auch Bakterien und Viren, als Parasiten bezeichnet werden, nicht nur Wuermer, die deinen Bauch von innen fressen.

(5)
Irgendwann war es mal wieder sehr heiss, weils echt anders nicht auszuhalten war, wurden die Ventilatoren in Betrieb genommen. 
Der Strom fiel aus, der Generator wurde angemacht und fing nach kurzer Zeit wegen Ueberlastung/Wetter an zu brennen :) Stunden spaeter war er zwar repariert, verteilte aber den Strom falsch und zerstoerte alle angeschlossenen Elektrogeraete weit und breit. Wegen dem unverhofften Glueck, Elektrizitaet nicht nur nachts nutzten zu koennen, hatten natuerlich alle ihre Handys, IPods usw aufladen wollen, auch ich..naja. Auf zum Markt und Ladegeraet besorgen! Was mich zu 

(6)
fuehrt.
Schliesslich gabs dann das grosse Gewitter, waehrend dem wir grade noch unterwegs waren. Zurueck beim Camp, da wars schon stockfinster, wollte uns der Kokser das Durchwaten des Feldes ersparen und versuchte, den Bus bis zum Eingang zu fahren. Ganz klar blieben wir inmitten eines Sees stecken, sanken sogar so tief ein, dass das Auto schief stand und wir durcheinander fielen (der Unterschied von vorne zu hinten bzw von der einen Seite zur anderen war wie auf einer Treppe etwa, wenn man sich das vorstellen kann..). In diesem Moment rief meine Mama an und hoerte nur noch unsere Schreie, bevor die Verbindung wieder weg war.
Und zum Abschluss ein paar Fotos von letzter Woche:

 

Kuehe, die ein Bad nehmen,


unsre Kinder vom Women-Empowerment, von links: Aman, Komal, Puja, Naman und Rekha,


Puja und ich und ein unbekannter Junge, der eigtl am Programm gar nicht teilnehmen duerfte,


Rita und ich heute, wir warten auf den Bus nach Pushkar (im Vordergrund meine tolle Kamelledertasche),


Und die Aussicht vom Dach unsres Hotels in Pushkar, von dem aus wir morgen frueh eine Kamelsafari in den Sonnenaufgang starten werden.

Liebe Gruesse,
magdalena



2 Kommentare:

  1. ganz klar #4. die hat alles was eine gute geschichte braucht. parasiten, ansteckungsgefahr und sogar ein happy end :). da ist die anspannung fast greifbar.

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  2. magdalena! ich will auch so eine tasche und machmal foto von deinen schuhen;))

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